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Copyright: Dieses Kapitel habe ich größtenteils aus diesem Artikel des Jlogs kopiert (er ist zum kopieren freigegeben). Es soll dir einen Einblick in's Thema Barrierefreiheit schaffen und erklären, warum es wichtig ist, Seiten barrierefrei zu gestalten.

Valid XHTML 1.0! Valid CSS! CSS Level Triple-A conformance icon, W3C-WAI Web Content Accessibility Guidelines 1.0
Was bedeuten diese Symbole? Nun, sie bedeuten, dass sich der, auf dessen Web-Seiten ihr sie seht, ernsthafte Gedanken bei der Planung gemacht und große Mühe mit ihrer Umsetzung gegeben hat. Was aber heißt das im Einzelnen?

1. Gültiger Quellcode (z.B. XHTML)

Wann ist ein Quellcode „gültig“?

valid Zur Klärung dieser Frage sollte der Begriff „Quellcode“ kurz definiert werden: Ein Quellcode ist der zu Grunde liegende durch Computer lesbare Text zum Beispiel eines Programms oder eines Dokumentes, etwa einer HTML-Seite. Als gültig bezeichnet man einen solchen Quellcode dann, wenn er der für solche Anwendungen oder Dokumente vorgesehenen Norm vollständig entspricht.

W3C Die Normen für HTML-Dokumente werden von einer Organisation namens „World Wide Web Konsortium“, kurz W3C entwickelt und festgeschrieben. Diese Organisation stellt auch Werkzeuge zur Verfügung, die eine Prüfung des Quellcodes in Bezug auf die Einhaltung der Normen durchführen. Der Name dieser Werkzeuge, „Validatoren“, leitet sich vom englischsprachigen Begriff „valid“ ab, was im Deutschen eben „gültig“ heißt.

Warum sollte der Code gültig sein?

Kunden mit alternativen Browsern

pda Heute lassen sich Web-Seiten mit allerlei Geräten betrachten. Vom Westentaschen-Computer über das Handy bis zum HighTech-Kühlschrank mit Internetanschluss. Alle diese Geräte haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie sind nicht in erster Linie zum „Surfen“ entwickelt worden. Daher ist mal die Rechenleistung zu gering, mal die Handhabung sehr kompliziert und mal die Anzeigefläche zu klein oder nicht farbig.

Trotz all dieser Defizite wollen auch die Benutzer dieser Geräte das World Wide Web zur Suche nach Informationen nutzen. Das ist ja auch nur logisch, denn sie haben in aller Regel viel Geld in ein Gerät investiert, welches ihnen genau dies ermöglichen soll. Dass sie dennoch von vielen Web-Seiten ausgeschlossen werden, liegt meist an mangelhaftem Quellcode.

Die Zahl der Geräte, Betriebssystemen und Browser, mit denen eure Seiten besucht werden, ist schon heute enorm, wächst aber stetig noch weiter an. Eine Eigenschaft teilen sie aber alle: Sie alle halten sich an einen Großteil der Vorgaben des W3C.

zufrie- den- stellen Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man mit gültigem Code alle Betrachter zufrieden stellt. Und nicht einmal nur die, denn nicht jeder Nutzer kann Web-Seiten im engeren Sinne „betrachten“. Viele Menschen mit Sehbehinderungen nämlich lassen sich die Seiten von speziellen Browsern laut vorlesen, die unter dem Begriff „Screen Reader“ zusammengefasst werden.

Aber der wohl sonderbarsten Kategorie von Browsern ist der folgende Abschnitt gewidmet:

Suchmaschinen, die ganz besonderen Browser

Such- maschie- nen Wie suchen wir nach Informationen, etwa in einem Sachbuch? Eine Möglichkeit wäre sicher, ein Buch von vorn nach hinten so lange zu lesen, bis wir endlich die geeignete Stelle gefunden haben. Da Bücher aber lang sein können und wir die Information meist dringend benötigen, ziehen wir diese Arbeitsweise meist gar nicht in Betracht. Vielmehr nutzen wir Hilfsmittel, die zum einen einfach zu handhaben sind, zum anderen teilweise bereits dem Autoren beim Schreiben des Buches nützlich waren: Inhalts- und Abbildungsverzeichnisse, Seitennummerierungen, Kapitelüberschriften und einiges mehr.

Hier setzen auch Suchmaschinen im Internet an. Für sie sind etwa Kapitelüberschriften wichtiger als der ihnen nachfolgende Text, denn eine gute Überschrift beschreibt den Inhalt des Textes ja in wenigen Worten.

Da Suchmaschinen aber nur einen Quelltext nach Informationen durchforsten können, muss dieser Code sinnvoll strukturiert sein. Seitenzahlen in Büchern helfen uns ja auch nur dann, wenn sie nicht mitten in Text stehen, sondern auf jeder Seite an der gleichen etwas abseits gelegenen Stelle.

Dies ist es, was das Einhalten der Normen bewirkt, nämlich eine maschinenlesbare Struktur, die nach Wichtigkeit geordnet ist und das Finden von Information erst ermöglicht.

Verarbei- tung Mit der Darstellung der Seiten im Browser hat dies übrigens zunächst wenig zu tun. Einer Suchmaschine können nämlich durchaus zusätzliche Informationen zugänglich gemacht werden, die der menschliche Betrachter gar nicht benötigt, da er sie vielleicht in einer ganz anderen Form erhält, etwa als Bild. Da Bilder und Grafiken nicht durch Suchmaschinen interpretiert werden können, sind diese zusätzlichen Informationen sogar außerordentlich wichtig.

Zukunftssicherheit

Entwickler und Gestalter von Web-Seiten sind eigentlich zu beneiden, denn sie dürfen nach Normen arbeiten, die in jahrelanger Arbeit immer weiter verfeinert und den Bedürfnissen dieser Fachleute sowie derer Kunden angepasst werden. Und weil gleichzeitig alle einmal veröffentlichten Normen beibehalten werden, kann man auch heute noch Web-Seiten aus den Anfangstagen dieses Medium ohne Einschränkungen betrachten. Aber dies gilt selbstverständlich nicht nur rückblickend: Da diese so genannte „Kompatibilität“ auch für zukünftige Normen sichergestellt ist, wird jede Seite, die heute den aktuellen Normen entsprechend entwickelt wird, auch in Zukunft ohne Einschränkungen dargestellt werden. Eine spätere Anpassung an neuere Normen wird also niemals notwendig sein.

2. Cascading Style Sheets (CSS)

Wozu dient CSS

In einem kurzen Satz: CSS verleiht guten Web-Seiten ihr Aussehen.

Unerfahrene oder schlicht schlampige Web-Designer verwenden HTML leider nicht nur zur Strukturierung von Information, sondern auch für die Gestaltung. Bevor es CSS gab, war dies verzeihlich, da der Wunsch nach gut aussehenden Web-Seiten zum einen nicht verwerflich ist, zum anderen aber eben ausschließlich HTML hierfür zur Verfügung stand. Inzwischen jedoch spricht nichts mehr gegen eine Trennung von Struktur (HTML) und Gestaltung (CSS). Dafür spricht hingegen so viel, dass ich mir eures Dankes sicher bin, wenn ich hier nur einige wenige Punkte kurz erläutere:

mehrere Webseiten Zum Beispiel wäre da die einfache Angleichung aller Seiten einer Webpräsenz an ein einheitliches Erscheinungsbild. Ohne CSS müssten hier bei einer geringfügigen Änderung, etwa der Farbgebung oder des Logos, unter Umständen tausende von Seiten einzeln verändert werden. Mit CSS müssen diese Änderungen in einer oder höchstens einer Handvoll Dateien verändert werden. Das spart dem Entwickler Zeit und seinem Kunden letztlich Geld.

Drucker Ein anderer Punkt sind unterschiedliche Medien. Elemente die auf dem Bildschirm der Navigation dienen, können auf einem Papierausdruck durchaus Verwirrung stiften oder zumindest Platz rauben. Mit CSS kann ein Drucker schlicht andere Anweisungen als ein Bildschirm erhalten und selbst für Videoprojektoren oder Westentaschen-Computer können gestalterische Anpassungen vorgenommen werden.

Ohne CSS lassen sich einzelne Elemente auch nur unter Zuhilfenahme von Tricks präzise anordnen. Das wäre auch gar nicht weiter schlimm, wenn diese Tricks nicht die Struktur des Dokumentes auf Kosten der Gestaltung zerstören würde.

3. Menschen mit körperlichen Einschränkungen. (WAI-AAA)

Behin- derte Sehbehinderte Menschen sind oft darauf angewiesen, sich Web-Seiten durch spezielle Software vorlesen zu lassen. Diese Art der Behinderung trifft verhältnismäßig häufig auf. Die Notwendigkeit spezieller technischer Hilfsmittel stellt aber besondere Ansprüche an die Qualität einer Web-Präsenz, deshalb soll ein eigentlich alltägliches Beispiel einen solchen Fall verdeutlichen:

Eine Musikgruppe betriebt eine eigene Web-Präsenz, auf der sie sich zum einen vorstellt und Konzertdaten bereitstellt, zum anderen aber auch ihre eigenen CDs und T-Shirts anbietet. Diese Artikel sind anderswo nicht zu erwerben. Einem Blinden gefällt die Musik auf einem Konzert so gut, dass er sich die während der Veranstaltung eingeworfene Internet-Adresse merkt und später zuhause eingibt. Sein Screen Reader schweigt. - Der häufig an die Hunde von Supermakt-Kunden gerichtete Spruch „Wir müssen leider draußen bleiben.“ wirkt dagegen noch versöhnlich.

Grafiken Was ist geschehen? Nach heutigen Maßstäben leider nicht nichts besonderes: Die Startseite der Web-Präsentation enthält ausschließlich eine Reihe von Grafiken, die ein solches Programm natürlich nicht interpretieren kann. Vielleicht nutzen die Seiten auch Techniken, die dem Nutzer nicht zur Verfügung stehen. Viele dieser oft als so genannte „Plug-ins“ nachträglich zu installierenden Programm-Ergänzungen schließen Behinderte schlicht aus.

Das Ende vom Lied: Aus einem enthusiastischen Fan wurde einmal mehr ein frustrierter Außenseiter.

Dass es dazu nicht kommen muss, liegt in den Händen eines versierten Web-Entwicklers, seine Werkzeuge nutzt, um jedem das Maximum an Information zukommen zu lassen. Es wäre doch schade, wenn man nicht dazu beitragen könnte, mit Menschen, die es bereits in vielen Bereichen schwerer haben, so umzugehen wie sie behandelt werden wollen: gleich.