1. Gültiger Quellcode (z.B. XHTML)
Wann ist ein Quellcode „gültig“?
Zur Klärung dieser Frage sollte der Begriff „Quellcode“ kurz
definiert werden: Ein Quellcode ist der zu Grunde liegende durch Computer
lesbare Text zum Beispiel eines Programms oder eines Dokumentes, etwa einer
HTML-Seite. Als gültig bezeichnet man einen solchen Quellcode dann,
wenn er der für solche Anwendungen oder Dokumente vorgesehenen Norm
vollständig entspricht.
Die Normen für HTML-Dokumente werden von einer Organisation namens
„World Wide Web Konsortium“, kurz W3C entwickelt und
festgeschrieben.
Diese Organisation stellt auch Werkzeuge zur Verfügung, die eine
Prüfung
des Quellcodes in Bezug auf die Einhaltung der Normen durchführen.
Der Name dieser Werkzeuge, „Validatoren“, leitet sich vom
englischsprachigen Begriff „valid“ ab, was im Deutschen eben „gültig“ heißt.
Warum sollte der Code gültig sein?
Kunden mit alternativen Browsern
Heute lassen sich Web-Seiten mit allerlei Geräten betrachten.
Vom Westentaschen-Computer über das Handy bis zum HighTech-Kühlschrank
mit Internetanschluss. Alle diese Geräte haben aber eine Gemeinsamkeit:
Sie sind nicht in erster Linie zum „Surfen“ entwickelt worden. Daher
ist mal die Rechenleistung zu gering, mal die Handhabung sehr kompliziert
und mal die Anzeigefläche zu klein oder nicht farbig.
Trotz all dieser Defizite wollen auch die Benutzer dieser Geräte das World Wide Web zur Suche nach Informationen nutzen. Das ist ja auch nur logisch, denn sie haben in aller Regel viel Geld in ein Gerät investiert, welches ihnen genau dies ermöglichen soll. Dass sie dennoch von vielen Web-Seiten ausgeschlossen werden, liegt meist an mangelhaftem Quellcode.
Die Zahl der Geräte, Betriebssystemen und Browser, mit denen eure Seiten besucht werden, ist schon heute enorm, wächst aber stetig noch weiter an. Eine Eigenschaft teilen sie aber alle: Sie alle halten sich an einen Großteil der Vorgaben des W3C.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man mit gültigem Code alle
Betrachter zufrieden stellt. Und nicht einmal nur die, denn nicht
jeder Nutzer kann Web-Seiten im engeren Sinne „betrachten“. Viele
Menschen mit Sehbehinderungen nämlich lassen sich die Seiten von
speziellen Browsern laut vorlesen, die unter dem Begriff
„Screen Reader“ zusammengefasst werden.
Aber der wohl sonderbarsten Kategorie von Browsern ist der folgende Abschnitt gewidmet:
Suchmaschinen, die ganz besonderen Browser
Wie suchen wir nach Informationen, etwa in einem Sachbuch? Eine
Möglichkeit wäre sicher, ein Buch von vorn nach hinten so lange zu
lesen, bis wir endlich die geeignete Stelle gefunden haben. Da Bücher
aber lang sein können und wir die Information meist dringend benötigen,
ziehen wir diese Arbeitsweise meist gar nicht in Betracht. Vielmehr
nutzen wir Hilfsmittel, die zum einen einfach zu handhaben sind, zum
anderen teilweise bereits dem Autoren beim Schreiben des Buches
nützlich waren: Inhalts- und Abbildungsverzeichnisse,
Seitennummerierungen, Kapitelüberschriften und einiges mehr.
Hier setzen auch Suchmaschinen im Internet an. Für sie sind etwa Kapitelüberschriften wichtiger als der ihnen nachfolgende Text, denn eine gute Überschrift beschreibt den Inhalt des Textes ja in wenigen Worten.
Da Suchmaschinen aber nur einen Quelltext nach Informationen durchforsten können, muss dieser Code sinnvoll strukturiert sein. Seitenzahlen in Büchern helfen uns ja auch nur dann, wenn sie nicht mitten in Text stehen, sondern auf jeder Seite an der gleichen etwas abseits gelegenen Stelle.
Dies ist es, was das Einhalten der Normen bewirkt, nämlich eine maschinenlesbare Struktur, die nach Wichtigkeit geordnet ist und das Finden von Information erst ermöglicht.
Mit der Darstellung der Seiten im Browser hat dies übrigens zunächst
wenig zu tun. Einer Suchmaschine können nämlich durchaus zusätzliche
Informationen zugänglich gemacht werden, die der menschliche Betrachter
gar nicht benötigt, da er sie vielleicht in einer ganz anderen Form
erhält, etwa als Bild. Da Bilder und Grafiken nicht durch Suchmaschinen
interpretiert werden können, sind diese zusätzlichen Informationen
sogar außerordentlich wichtig.
Zukunftssicherheit
Entwickler und Gestalter von Web-Seiten sind eigentlich zu beneiden, denn sie dürfen nach Normen arbeiten, die in jahrelanger Arbeit immer weiter verfeinert und den Bedürfnissen dieser Fachleute sowie derer Kunden angepasst werden. Und weil gleichzeitig alle einmal veröffentlichten Normen beibehalten werden, kann man auch heute noch Web-Seiten aus den Anfangstagen dieses Medium ohne Einschränkungen betrachten. Aber dies gilt selbstverständlich nicht nur rückblickend: Da diese so genannte „Kompatibilität“ auch für zukünftige Normen sichergestellt ist, wird jede Seite, die heute den aktuellen Normen entsprechend entwickelt wird, auch in Zukunft ohne Einschränkungen dargestellt werden. Eine spätere Anpassung an neuere Normen wird also niemals notwendig sein.
Zum Beispiel wäre da die einfache Angleichung aller Seiten einer
Webpräsenz an ein einheitliches Erscheinungsbild. Ohne CSS müssten
hier bei einer geringfügigen Änderung, etwa der Farbgebung oder
des Logos, unter Umständen tausende von Seiten einzeln verändert
werden. Mit CSS müssen diese Änderungen in einer oder höchstens
einer Handvoll Dateien verändert werden. Das spart dem Entwickler
Zeit und seinem Kunden letztlich Geld.
Ein anderer Punkt sind unterschiedliche Medien. Elemente die auf
dem Bildschirm der Navigation dienen, können auf einem Papierausdruck
durchaus Verwirrung stiften oder zumindest Platz rauben. Mit CSS kann
ein Drucker schlicht andere Anweisungen als ein Bildschirm erhalten
und selbst für Videoprojektoren oder Westentaschen-Computer können
gestalterische Anpassungen vorgenommen werden.
Sehbehinderte Menschen sind oft darauf angewiesen, sich
Web-Seiten durch spezielle Software vorlesen zu lassen. Diese Art
der Behinderung trifft verhältnismäßig häufig auf.
Die Notwendigkeit spezieller technischer Hilfsmittel stellt aber besondere Ansprüche an
die Qualität einer Web-Präsenz, deshalb soll ein eigentlich alltägliches
Beispiel einen solchen Fall verdeutlichen:
Was ist geschehen? Nach heutigen Maßstäben leider nicht nichts
besonderes: Die Startseite der Web-Präsentation enthält ausschließlich
eine Reihe von Grafiken, die ein solches Programm natürlich nicht
interpretieren kann. Vielleicht nutzen die Seiten auch Techniken,
die dem Nutzer nicht zur Verfügung stehen. Viele dieser oft als so
genannte „Plug-ins“ nachträglich zu installierenden Programm-Ergänzungen
schließen Behinderte schlicht aus.