Barrierefreies Webdesign
Aufwärts
Barrierefreie Webseitenerstellung gewinnt zunehmend an Bedeutung
und wird nicht zuletzt auch von der Regierung gefördert. Denn Seiten
von staatlichen Einrichtungen, wie Behörden müssen bereits weitgehend
barrierearm sein. Des Weiteren wird es auch immer mehr Kleinstgeräte
geben, mit denen man ins Internet gehen kann. Vom Handy
bis zum Pocket-PC ist da alles dabei.
Um auf nachträgliche Komplettüberarbeitungen
verschont zu bleiben, solltest du deine Seiten lieber gleich
barrierefrei gestalten. Im Folgenden fasse ich mal Dinge zusammen,
auf die ich besonders Wert lege.
Nutze Tabellen nicht für Layoutzwecke!
Eine Tabelle zwingt den Browser dazu, die Inhalte
nebeneinander zu setzen. Dadurch entstehen schnell horizontale
Scrollbalken. Bei CSS-Layouts dagegen, wird der Inhalt, sofern die
Viewportgröße zu klein wird, i.d.R. unter der Navi platziert.
Das ist besonders sinnvoll, wenn
der Nutzer einen kleinen Bildschirm hat. Kein Nutzer scrollt gern
quer!
Frames haben viele Nachteile!
Frames sollten nicht mehr verwendet werden, weil es viele Probleme
durch deren Nutzung gibt:
- Mehrere Scrollbalken sind bei Anwendern nicht gerade beliebt.
- Eine Seite, innerhalb eines Framesets kann nicht direkt durch
einen Link oder ein Lesezeichen erreicht werden.
- Die Ladezeiten sind v.a beim 1. Aufruf der Startseite deutlich höher,
da mehrere Seiten geladen werden müssen, die jew. erst vom Server
angefordert werden müssen.
- Eine Webseite, die den Bildschirminhalt auch noch in mehrere Teile
aufteilt, ist auf kleinen Bildschirmen sehr schwer zu betrachten.
- Browser, die Frames nicht unterstützen können gar nichts,
oder nur einen Alternativtext anzeigen
Teste deine Seiten nicht zuerst mit dem Internet Explorer
Der IE ist sehr fehlertolerant und errät gern, was der Autor meinte.
Solche Seiten sind aber nicht gerade zukunftssicher und können
von anderen Browsern nicht richtig angezeigt werden.
Ein besonders standardkonformer Browser ist z.B. Mozilla Firefox.
Seiten, die dort laufen, sind i.d.R. korrekt ausgezeichnet und
werden auch von anderen Browser korrekt dargestellt.
Da der IE aber leider eine ganze Menge Fehler beim Rendern von
Seiten hat, sollte man eine Seite auch ab und zu mal mit dem IE
anschauen.
Meiner Meinung nach, kann man zwischen 2 Browsergruppen unterscheiden:
die standardkonformen Browser, die Fehler weniger ignorieren
aber mehr Standards beherrschen. Das sind so ziemlich alle Browser,
die nicht auf dem IE basieren. Dazu gehören: Konquerer, Firefox,
Opera, Safari und die neueren Netscapes.
Die zweite Gruppe bildet der IE und alle anderen Browser, die
seine Rendering Engine nutzen. Diese können wenig und sind sehr fehlertolerant.
Schreibe nicht für bestimmte Bildschirmauflösungen
Da du nicht weißt, welche Bildschirmauflösung der Anwender
eingestellt hat, und noch weniger, wie groß der Viewport seines Browsers
ist, solltest du lieber von Anfang an auf pixelgenaue Layouts verzichten.
Versuche das Layout lieber so zu erstellen, dass von Anfang an keine horizontalen
Scrollbalken auftauchen. Genauso wichtig ist natürlich auch,
dass es bei einem zu kleinem Fenster nicht unbenutzbar wird.
Probiere also aus, was möglich ist und setze an der
entscheidenden Stelle eine Mindestbreite (min-width).
Das wird vom
IE bislang zwar noch nicht unterstützt, aber das sollte dich
nicht stören. Alle modernen Browser unterstützen diese Technik ja
bereits.
Eine min-width sollte passend zum Layout gesetzt werden.
Falls dort also hauptsächlich die Maßeinheit em genutzt wurde,
sollte die min-width auch in em festgelegt werden, der Anwender
wird den vertikalen Scrollbalken dann los, indem er den Text, und
somit das ganze Layout verkleinert.
Du solltest den Anwender aber nicht grundlos zur Verkleinerung der
Schrift zwingen.
Nutze keine WYSIWYG-Programme
Wenn du sauberen Code und eine flexible Seite erstellen willst,
solltest du auf so genannte WYSIWYG-Programme verzichten.
Das sind Programme, bei denen man direkt am Layout und nicht am
Quelltext arbeitet. Beispiele sind z.B. Frontpage, Dreamweaver
oder NVU. Noch schlimmer sind aber Textbearbeitungsprogramme wie
MS Word. Anfangs mag es dir vielleicht als einfacher erscheinen,
mit solchen Programmen zu arbeiten, aber ordentliche,
semantische und flexible Seiten kann man nur mit einem Texteditor
erzeugen.
Setze HTML-Elemente sinnvoll ein
Leider gibt es manche die denken, dass man, um Text einzurücken
unbedingt ein Blockquote braucht. Dabei ist eine Blockquote für Zitate
gedacht. Genauso wird auch mit h*-Elementen oft Unfug getrieben.
Diese sind nicht dazu da, Text groß und fett zu machen, sondern
für Überschriften. Die Hauptüberschrift sollte z.b. immer h1
sein. Falls sie dir zu groß ist, formatiere sie mit CSS.
Für's Layout gibt es CSS
Willst du Text farbig machen? Oder größer? Verwende dazu
bitte nicht <font> oder <big>!
Um einen ganzen Textblock
umzufärben, gebe ihm evtl. eine ID und formatiere ihn in
der zentralen CSS-Datei. Um einzelne Wörter hervorzuheben,
verwende die HTML-Elemente <em> und <strong>
und formatiere diese über deine CSS-Datei.
Größenangaben richtig einsetzen
Mit CSS gibt es sehr viele verschiedene Einheiten für
Größenangaben. Das sind Einheiten wie:
Punkt (pt), Pica (pc),
inch (in),
Millimeter (mm), Zentimeter (cm),
Pixel (px), em (bezogen auf die
Größe des Elternelements, oder der Einstellung
im Browser), ex
(bezieht sich auf die Normalgröße
des Kleinbuchstaben x) und
% (wirkt bei Text ähnlich wie em, bei
Blöcken dagegen relativ zur Größe
des Browserfensters).
Die Einheiten pt, pc,
in, mm und cm
sind für Drucklayouts gedacht
und sollten nicht für die Bildschirmausgabe verwendet werden.
Die Einheit px ist für die Größe von
Grafiken zuständig, sofern diese
nicht skalierbar, und somit etwas pixelig werden würde.
Teilweise kann aber auch hier em verwendet werden.
em, ex und % sind die
Angaben, die für die Bildschirmausgabe am besten
geeignet sind. Bei Verwendung dieser Angaben bleibt das Layout flexibel
und kann vom Anwender problemlos vergrößert oder verkleinert werden.
Da nicht jeder die gleiche Bildschirmauflösung nutzt, sollte man
diese Angaben für die Bildschirmausgabe nutzen.